IFRS Standards

Was sind IFRS und woher kommen sie?

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind ein Regelwerk zur Aufstellung von Jahres- und Konzernabschlüssen, das heute in über 140 Ländern weltweit Anwendung findet. Herausgegeben werden sie vom International Accounting Standards Board (IASB), einer unabhängigen Organisation mit Sitz in London.

Die Geschichte beginnt 1973, als das International Accounting Standards Committee (IASC) gegründet wurde – ein Zusammenschluss von Berufsverbänden aus neun Ländern, darunter Deutschland, die USA und Japan. Ihr Ziel: eine gemeinsame Sprache für Unternehmensabschlüsse schaffen, damit Investoren und Gläubiger weltweit Abschlüsse miteinander vergleichen können.

Im Jahr 2001 wurde das IASC reformiert und in das heutige IASB umgewandelt. Die bisherigen Standards hießen IAS (International Accounting Standards) – viele davon sind bis heute in Kraft, ergänzt durch die neueren IFRS-Standards.

Den entscheidenden Schub erhielten die IFRS 2002, als die EU beschloss, dass alle kapitalmarktorientierten Unternehmen in Europa ab 2005 ihren Konzernabschluss nach IFRS aufstellen müssen. Seitdem sind die IFRS auch in Deutschland aus der Unternehmenspraxis nicht mehr wegzudenken.


Das Grundprinzip: Entscheidungsnützlichkeit

Der zentrale Gedanke hinter den IFRS lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

„Ein Abschluss soll Investoren und anderen Adressaten entscheidungsnützliche Informationen liefern.“

Das klingt selbstverständlich – ist aber ein fundamentaler Unterschied zur deutschen Denkweise. Während das HGB traditionell den Gläubigerschutz und das Vorsichtsprinzip in den Vordergrund stellt, priorisieren IFRS die wirtschaftliche Realität eines Unternehmens so darzustellen, wie sie ist – auch wenn das bedeutet, stille Reserven aufzudecken oder Vermögenswerte zum aktuellen Marktwert anzusetzen.